Roboter mit Schokoladenseite
November 2011
Die Cama Group setzt bei ihren Verpackungsanlagen auf den kombinierten Einsatz ihrer Roboter in einer Maschine. Antriebs- und Steuerungstechnik von Rexroth sichern dabei einen effizienten, zuverlässigen – und leicht erweiterbaren Produktionsablauf.

Schmilzt im Mund, nicht an den Greifern: Delta-Roboter verpacken Süßigkeiten, ohne Spuren zu hinterlassen.
Schnell, vorsichtig und flexibel
Die jüngste Anlage zum Verpacken von Schokoriegeln ist eine Beladeeinheit, die bis zu vier Delta-Roboter einbinden kann. Jeder der Roboter ist dabei für einen eigenen Bandabschnitt verantwortlich, „pickt“ die ungeordnet auf dem Band liegenden Teile vorsichtig auf und legt sie in die Fächer einer Umverpackung auf einem zweiten Transferband ab. Dieses übernimmt den Transport zur nächsten Station, wo die Verpackung in den Karton erfolgt.
Mit seinem „Multi-Picks“-Greifersystem ist der Delta-Roboter in der Lage mehrere Schokoriegel gleichzeitig aufzunehmen. Jeder der drei integrierten Roboter kann dadurch bis zu 300 Produkte pro Minute platzieren. So ist eine Bandgeschwindigkeit von über 110 Metern pro Minute erreichbar – die Roboter bewegen sich beim Greifvorgang bandsynchron und damit synchron zum Produkt. Das ermöglicht auch technisch komplizierte Operationen, zum Beispiel einzelne Schokoriegel in ihrer Umverpackung in eine weitere Verpackungsmaschine zu befördern. „Die neue Beladeeinheit mit drei integrierten Delta-Robotern erlaubt es uns, die vom Endkunden gewünschte Geschwindigkeit bei reduzierten Platzbedarf zu erreichen“, betont Bellante.
Eine Steuerung für alle
Ein intelligentes System zur visuellen Erfassung erkennt jeden einzelnen Schokoriegel und übermittelt dessen Position und Orientierung auf dem Band an die IndraMotion MLC, die Motion-Logic-Steuerung aus der Automatisierungslösung IndraMotion for Packaging von Rexroth. So nehmen die Roboter die Süßigkeiten zielsicher vom Band und positionieren sie korrekt in der Verpackung. Im Gegensatz zur herkömmlichen Steuerung für jeden einzelnen Roboter koordiniert bei der neuen Anlage eine einzige Motion-Logic-Steuerung alle Roboter und erreicht so eine optimale Abstimmung der einzelnen Roboter untereinander. Kommunikationsschnittstellen zur Vermeidung von Kollisionen werden überfl üssig. „Wir sparen zudem deutlich Platz gegenüber einer Lösung mit hintereinander gebauten Delta-Robotern und jeweils eigenem Schaltschrank“, ergänzt Bellante. Die Zahlen sprechen für sich: Die Aufstellfläche wurde um 50 Prozent reduziert und der Schaltschrank um 40 Prozent verkleinert. Außerdem verringerte sich durch den Einsatz des modularen Antriebssystems IndraDrive M mit Doppelachs-reglern der Verkabelungsaufwand um 40 Prozent.Auch in Sachen Rechenleistung, Skalierbarkeit und Modularität kann die IndraMotion MLC punkten. Bis zu 16 Kinematiken lassen sich gleichzeitig steuern, jede mit maximal acht interpolierenden Achsen und mit bis zu vier Bändern und Bandsynchronität. Darüber hinaus können Verpackungshersteller damit schnell und einfach eigene Kinematiken umsetzen. Visuelle Erfassungssysteme sind leicht zu integrieren und die Programmierung ist über RCL (Robot Control Language) oder IEC 61131 Robotik-Funktionsbausteine möglich. Die standardisierte Engineering-Software IndraWorks vereinfacht Projektplanung, Parametrierung, Programmierung, Visualisierung und Diagnose sämtlicher Rexroth-Komponenten.
Ein ganzes Bündel an Vorteilen – dessen ist sich auch Bellante bewusst. „Der ‚Triaflex‘-Delta-Roboter vereinfacht das gesamte Produkthandling in einem Sekundärverpackungssystem spürbar. Dank der Motion-Control-Lösung von Rexroth haben wir die vom Markt geforderte Flexibilität erlangt“, sagt der Cama-Geschäftsführer.
Mehr Informationen:
Packaging and Processing
IndraMotion for Packaging
www.camagroup.com
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