Energie ohne Ende
Meeresenergie

Demonstrator einer 20 Kilowatt Wellenenergiemaschine in Norwegen. Rexroth zeichnet hier für die Auslegung und Lieferung des hydraulischen Federsystems (Hägglunds-Motor, Speicher, Verrohrung, Speisepumpen) verantwortlich.
Die Nutzung der Wasserkraft an Flüssen hat eine sehr lange Geschichte, die Energiegewinnung aus dem Meer ist dagegen eine neue Entwicklung. Das Potenzial ist gewaltig: Wissenschaftler und Ingenieure gehen davon aus, dass die Meere rund ein Drittel des heutigen Weltstrombedarfs liefern könnten. Bislang gibt es aber lediglich Testanlagen, in denen die Alltagstauglichkeit dieser vornehmlich aus Deutschland kommenden Technologie erprobt wird. Unter den zahlreichen Ideen zur Nutzung der Meeresenergie kristallisieren sich aktuell zwei besonders erfolgversprechende Ansätze zur Stromerzeugung heraus: Strömung und Wellengang. Beiden Ansätzen liegt eine bewährte Technik zugrunde: die Hydraulik.
Beim Prinzip der Strömung treibt ein Rotor unter Wasser eine hydraulische Pumpe an. Diese Pumpe fördert das Hydrauliköl zu einem hydraulischen Verstellmotor, der direkt den Generator für die Stromerzeugung antreibt. Der Charme dieser Lösung: Nur die Hydropumpe arbeitet unter Wasser und versorgt über dünne Leitungen das eigentliche Aggregat über Wasser. Das vereinfacht die Wartung und verbessert die Zuverlässigkeit.
Der zweite Ansatz nutzt das Auf und Ab der Wellen. Das Meer stellt hier besonders hohe Hürden auf, denn je nach Wellengang schwankt die Energie zwischen ruhiger See und Orkan um das Tausendfache. Mechanische Getriebe können diese Spannen nicht beherrschen, hydraulische schon: Mit dem Auf und Ab der Wellen pumpen Hydraulikzylinder wie eine Luftpumpe Hydrauliköl. Damit entsteht Druck, der wie bei Strömungskraftwerken einen verstellbaren Hydromotor antreibt. Der Verstellmechanismus gleicht die extremen Schwankungen der Wellenenergie aus. An mehreren Prototypen und einem kompletten Testtriebstrang überprüft Rexroth die verschiedenen Lösungen auf ihre Alltagstauglichkeit. Neben dem Kostenfaktor zählen Zuverlässigkeit, einfache Wartung, Lebensdauer, Verfügbarkeit und Effizienz der Anlage.