Seit 50 Jahren das richtige Maß
Rexroth führte als eines der ersten Unternehmen in Europa die Internationalen Anschlussmaße (IAM) ein und trieb die Standardisierung voran.

Die Normung brachte den Durchbruch: 1965 produziert Rexroth bereits serienmäßig Gehäuse mit Internationalen Anschlussmaßen.
Oftmals sind es die kleinen Dinge, die Großes bewirken – für die G. L. Rexroth GmbH in Lohr waren es Anfang der 1960er-Jahre standardisierte Anschlussmaße nach amerikanischem Vorbild. „Wir wussten damals nicht, was daraus wird“, erinnert sich Herbert Petters, „aber im Rückblick war es absolut richtig“, sagt der Hydraulik-Pionier schmunzelnd. 1946 begann Petters seine Karriere bei Rexroth als Konstruktions- und Entwicklungsingenieur – und verhalf den Ventilen für die Rexroth-Schalthydraulik in den folgenden vierzig Jahren zu weltweitem Erfolg. Zum Zeitpunkt seines Eintritts verfolgte das Unternehmen wie viele Maschinenbauer in Deutschland noch den „Sonderweg“ und produzierte Bauteile mit eigenen Anschlussmaßen. Damit waren die Hersteller ihrer amerikanischen Konkurrenz unterlegen. Diese fertigten bereits nach Norm und dominierten so den Markt.
Normung eröffnet neue Chancen
Den Wandel brachte 1960 die Entwicklung eines Hydraulikprogramms mit Internationalen Anschlussmaßen (IAM). Den Ausschlag dafür gaben amerikanische Firmen wie Vickers Incorporated und die Abex Corporation Denison Divison, die in Deutschland Zweigniederlassungen gründeten und die deutsche Konkurrenz damit in Zugzwang brachten. Als eines der ersten Unternehmen stellte Rexroth bis 1965 darum sein gesamtes Hydraulikprogramm auf die standardisierten Anschlussmaße um – die richtige Entscheidung, wie sich bald herausstellte. Die Standardisierung der hydraulischen Bauteile öffnete die Türen bei deutschen und internationalen Automobilkonzernen. Daimler-Benz und Volkswagen hatten die genormte Rexroth-Hydraulik bereits im Einsatz, als die Zulassung der Ventile bei den Ford-Werken 1969 auch für das internationale Geschäft den Durchbruch brachte. Durch das neue Produktangebot gelang es Rexroth außerdem, sich im Bereich der Kunststoff-Spritzgießmaschinen zu etablieren, wo die Hersteller bereits auf die internationalen Anschlussmaße umgestellt hatten. „Mit dem Beginn der Normung ging es aufwärts“, bestätigt Herbert Petters.
Treibende Kraft
Der Weg zu einem Standard in Deutschland und Europa gestaltete sich allerdings nicht einfach. Vor allem einige deutsche Unternehmen zögerten zunächst, die von der amerikanischen „Joint Industry Conference“ entwickelten Maße zu übernehmen – im Gegensatz zur Konkurrenz aus Frankreich und England, die bestrebt war, die Standards einzuführen. Bei Rexroth waren die Verantwortlichen von Anfang an davon überzeugt, dass es der einzige richtige Weg sei: „In den USA und in England hätten wir ohne die Normung ein Problem gehabt“, weiß Hydraulik-Experte Petters. Als Vorreiter in Sachen Standardisierung bemühte sich das Unternehmen intensiv um die Einführung und Umsetzung der internationalen Maße: 25 Jahre wirkte Petters für seinen Arbeitgeber bei der Vereinigung deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) an der Entwicklung von Normblättern mit. Ein Engagement, das Rexroth mit seinen Vertretern in den Normungsausschüssen national (DIN) und international (ISO) bis heute aufrecht erhält. Die Normung brachte den Durchbruch: 1965 produziert Rexroth bereits serienmäßig Gehäuse mit Internationalen Anschlussmaßen.
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