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Den Wind nach vorne bringen

Vor einem Vierteljahrhundert wurde die Windenergie marktfähig. Rexroth war schon damals dabei.

Past Tehachapi 1

Windkraft so weit das Auge reicht in den Tehachapi Mountains.

„Als wir Anfang der Achtziger vor den 300 bis 400 Windkraftanlagen im kalifornischen Tehachapi standen, war uns sofort klar: In jeder Gondel befindet sich ein Getriebe“, erinnert sich Helmut Wagener an das Schlüsselerlebnis, das neben einem enormen Marktpo-tenzial auch grüne Zukunftstech-nologie versprach. Schon früh stand Rexroth daher bei der Entwicklung dieser alternativen Energiegewinnung als Innovationspartner zur Seite.

Wagener, heute Vorsitzender der Geschäftsleitung des Geschäftsbereichs Hydraulics, begann seine berufliche Laufbahn 1974 bei der Lohmann + Stolterfoht GmbH in Witten, Deutschland. Rund zehn Jahre später besuchte er für die Wittener Getriebespezialisten, die 1977 von Rexroth übernommen worden waren, die erste große Messe zum Thema Windkraft: die „Windpower“ in San Francisco. „Da waren auch Anlagen zu sehen, die inzwischen keine Rolle mehr spielen: von beinahe historischen Windmühlen über die „Schneebesen“ genannten Darrieus-Rotoren bis zu aufgespannten Segeltüchern.“ Aber auch die heute bekannten Anlagen waren schon präsent, mit einer Leistungsklasse von 150 Kilowatt – 2009 ist die zwanzigfache Leistung Standard.

Planet statt Stirn

Diese Leistungssteigerung wurde auch dadurch möglich, dass in den Anlagen die bis dahin favorisierten Stirnradgetriebe zunehmend durch Wittener Planetengetriebe ersetzt wurden: Die waren kompakter und leichter – allerdings auch teurer. Dazu kam eine Herausforderung, die den Ingenieuren zunächst zu schaffen machte: In den Gondeln der Windkraftanlagen begannen die Getriebe aufgrund der ständigen Vibrationen undicht zu werden. Doch schon kurze Zeit später entwickelten sie eine Lösung, die bis heute Stand der Technik ist: „Wir waren die Ersten, die berühr-ungslose Labyrinthdichtungen eingebaut haben“, blickt Key Account Manager Ulrich Vieth zurück, der 1982 zu den Wittenern stieß. Diese Dichtungen kamen ursprünglich in Turbogetrieben zum Einsatz, weil sie bei hohen Drehzahlen besonders zuverlässig arbeiteten. Nun erwiesen sie sich auch bei den niedrigen Drehzahlen der Windkraftgetriebe als ideale Lösung.

Den Wind ernten

1985 begann das Engagement auch wirtschaftliche Früchte zu tragen. Zudem gab Helmut Wagener, damals Bereichsleiter Vertrieb, nach der „Windpower“ in San Francisco die Parole aus: „Wir müssen den Wind nach vorne bringen!“ Eine Überzeugung, die die heutige starke Stellung auf dem weiter wachsenden Markt für Windenergiesysteme vorantrieb. So wurde Rexroth nach und nach zum Komplett-anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien für Windkraftanlagen mit einem breiten Getriebeprogramm und Automatisierungslösungen. Beispielsweise entwickelte das Unternehmen hydraulische Pitchantriebe, die die Rotorblätter optimal zum Wind ausrichten. Dass dieser technisch wie ökonomisch vorausschauende Prozess bis heute andauert, verdeutlichen aktuell die Investition in ein neues Werk für Windkraft-Großgetriebe in Nürnberg sowie der Erwerb der Dresdener Igus ITS GmbH. Deren einzigartige Condition-Monitoring-Systeme überwachen den Zustand der Rotorblätter und sorgen dafür, dass die Anlagen fehlerfrei die Nase im Wind haben.

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