Führen und positionieren
März 2011
Wo etwas bewegt wird, muss Kraft übertragen und Reibung überwunden werden. Schon seit Jahrtausenden nutzt der Mensch dafür Rollen und Gleitschlitten. Aber wie funktionieren eigentlich moderne Linearführungen?
Lineartechnik ist die Schnittstelle zwischen stehenden und bewegten Maschinenteilen. Ihre Aufgabe ist es, Kräfte zu übertragen, die Maschinenteile zu führen und sie präzise zu positionieren. Grundsätzlich lassen sich Linearführungen nach Art der Bewegung und der Kontaktstelle einteilen. So ist eine Bewegung in Achsrichtung und um die Achse möglich – dementsprechend spricht man von Linear- und Drehführungen. Die Art der Kontaktstelle unterteilt sie in Wälz-, Gleit- und Magnetführungen. Wälzführungen sind besonders belastbar und schnell, Gleitführungen haben ein exzellentes Dämpfungsverhalten und Magnetführungen zeichnen sich zudem durch hohe Lebensdauer aus – in der Praxis stellen sie allerdings einen kaum verwendeten Sonderfall dar.
Wälzführung

Wälzführungen ohne (Abb. A) und mit (Abb. B) Wälzkörperumlauf. (1 Führungswagen 2 Wälzkörper 3 Führungsschiene)
Kugeln bewegen sich dabei in Laufbahnen mit bogenförmigem Profil, der sogenannten „Schmiegung“, um die Auflagefläche und damit die Lastverteilung zu vergrößern. Das steigert Tragfähigkeit und Lebensdauer der Kugeln.

(Abb. C) Spannungsverteilung bei Kontaktfläche mit Schmiegung. (Abb. D) Kontaktflächen von Kugel und Rolle bei steigender Last.
Profilschienenführung

Aufbau einer Kugelschienenführung als Beispiel für eine Profilschienenführung der neuesten Generation.
Profilschienenführungen gibt es in den unterschiedlichsten Bauformen: je nach Art der Wälzkörper als Kugelschienen-, Rollenschienen- oder Laufrollenführung; mit schmalen, langen oder hohen Führungswagen in diversen Kombinationen; mit von oben oder unten verschraubbaren Führungsschienen; mit zwei, vier oder sechs Wälzkörperreihen in X- oder O-Anordnung. Eine Besonderheit im Rexroth-Produktprogramm: Die Kugel- und Rollenschienenführungen sind mit einem integrierten direkten, induktiven Längenmesssystem lieferbar. Dabei werden die Funktionen „Führen“ und „Messen“ zu einer Einheit zusammengefasst. Für die Maschinenbauer eröffnen sich dadurch neue Wege in der Maschinenkonzeption.
Auswahl der passenden Linearführung
Die Auswahl der optimalen Führung hängt von vielen Parametern ab. Das Umfeld, in dem sie eingesetzt werden soll, bestimmt sie ebenso wie die gewünschte Aufgabe. Wesentliche Kriterien für die Anwender sind Genauigkeit, Belastbarkeit und Geschwindigkeit. Die Klassifikation von Führungswagen und -schiene nach Genauigkeit ist besonders wichtig und erfolgt nach Toleranzbereichen von ± 5 bis ± 120 Mikrometern zwischen Schiene und Wagen. Eine schnelle Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Führung bietet Rexroth online: Die Auswahlhilfe fragt gewünschte Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Beschleunigung, Temperatur, Belastung sowie Verschmutzungsgrad ab. Nach wenigen Mausklicks erhält der User eine Übersicht über die passenden Produkte.www.boschrexroth.com/brl-selectionguide
Weitere Informationen zu den Grundlagen finden Sie im „Handbuch Lineartechnik“, das Sie in Deutsch und Englisch kostenlos anfordern können unter www.boschrexroth.com/handbuch_lineartechnik
Mehr Informationen:
www.boschrexroth.com/brl-selectionguide
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