Fernbedienung für den Lehrer
November 2011
Lernen am Computer statt im Klassenraum, so lautet das Zauberwort für moderne Formen der Wissensvermittlung. Was spricht für eLearning, wie funktioniert es und wo liegen seine Grenzen?

Unter eLearning versteht man das Lehren und Lernen mittels verschiedener elektronischer und digitaler Medien. Es beinhaltet die Präsentation und Verteilung von Materialien ebenso wie die elektronische Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation.
Zielgruppe
Sollen Inhalte einer großen Anzahl von Teilnehmern vermittelt werden, sind diese digitalen Mittel ideal dafür geeignet. Allerdings gibt es für die unterschiedlichen Methoden auch unterschiedliche Zielgruppen. Generell profitieren vom eLearning Personen, die viel unterwegs und deshalb zeitlich stark eingeschränkt sind, beispielsweise Servicetechniker. Sie erhalten so die Möglichkeit, abends zu Hause oder unterwegs die Bausteine einer Schulung ohne Zeitdruck zu bearbeiten.
Zudem greifen vermehrt jüngere Mitarbeiter bevorzugt zu eLearning-Schulungen. Da sie mit dem Computer aufgewachsen und gewohnt sind, am PC zu lernen, ziehen sie diese flexible Lernform häufig einem mehrtägigen Frontalunterricht vor.
Beispiel
Zahlreiche Unternehmen beschäftigen Servicemonteure, die häufig über längere Zeiträume unterwegs sind. Diese Mitarbeiter geraten schnell in einen Interessenkonflikt, wenn sie wieder in der Firma sind: Zum einen müssen sie die liegen gebliebene Arbeit erledigen, zum anderen sollten sie sich zu neuen oder aktualisierten Techniken weiterbilden. Angesichts ihrer knappen Zeit kommt ein mehrtägiges Seminar nicht infrage. Da greift das eLearning-Angebot. Unabhängig davon, wo die Servicemonteure gerade stationiert sind, erreichen sie überall und jederzeit per Internet den Lernserver, um sich fortzubilden. Auf diese Weise können sie die Anzahl ihrer Präsenztage beim Face-to-Face-Training reduzieren. Nach erfolgreichem Abschluss erhält der Lerner ein elektronisches Zertifikat.Lehrinhalte
Diese Methode der Wissensvermittlung ist prinzipiell unabhängig vom Inhalt, allerdings eignet sie sich beispielsweise besonders gut für Grundlagenthemen der Hydraulik, Lineartechnik oder Pneumatik. eLearning stößt überall dort an seine Grenzen, wo praktische Erfahrung an einer Maschine oder einem Gerät unverzichtbar ist.
Funktionsweise
Auf einem Lernserver stehen Lerninhalte bereit. Sie sind in verschiedene Bausteine gegliedert. Jeder Teilnehmer kann selbstständig die verschiedenen Bausteine bearbeiten. Die Praxis, die Bestandteil in den meisten anderen Trainings von Bosch Rexroth ist, kann durch reines eLearning nicht vermittelt werden. Das ist aber auch nicht für jede Zielgruppe oder jede Lernstufe zwingend notwendig.
Vorteile
- Individuelle Lerngeschwindigkeit
- Individuelle Zeit- und Terminplanung
- Ortsungebundenes Lernen
- Reduzierung oder Wegfall von mehrtägigem Frontalunterricht
- Wissensvermittlung durch attraktive, interaktive und audio-visuell anspruchsvollste Medien
- Reduzierung von Reisekosten
- Relativ einfache Umsetzung in verschiedenen Sprachen
- Global einsetzbar
- Jederzeit verfügbar und wiederholbar
Herausforderungen
- Die Voraussetzungen in Unternehmen und Schulen sind häufig noch nicht gegeben: Wo kann der Mitarbeiter ungestört und konzentriert lernen, wenn er sich am Arbeitsplatz weiterbilden soll?
- Häufig stehen noch nicht ausreichend Rechner oder Internetanschlüsse zur Verfügung, nicht alle Mitarbeiter verfügen über einen eigenen Rechner.
- Die Weiterbildungsmethode sollte sich nach den Bedürfnissen des einzelnen Mitarbeiters richten, nicht nach der Attraktivität von geringeren Reisekosten und Ausfallzeiten.
- Die Lerninhalte müssen attraktiv gestaltet sein, da die Motivation durch einen Trainer vor Ort wegfällt. Lernanreize können beispielsweise Animationen, bewegte Bilder oder auch erhöhte Interaktivität durch Zwischentests sein.
- Oft fehlt die Erfahrung, wie eLearning in den Ausbildungsplan integriert werden kann.
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