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Schwedische Schlittenfahrt

Am Polarkreis begeben sich kugelrunde Eisenerz-Pellets auf Berg-und-Tal-Fahrt – und kommen dabei dank hydraulischer Antriebe nicht von der Bahn ab.

Haegglunds Ausschnitt

Es ist kalt und nass in Schwedens nördlichster Stadt. Die Witterung hier in Kiruna am Polarkreis ist derart unwirtlich, dass die Luosavaara & Kiirunavaara AB (LKAB) erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts damit begann, die hiesigen reichen Eisenerzvorkommen auszubeuten. Da es von Luleå zum nächsten Hafen rund 340 Kilometer sind, hat das Bergbauunternehmen damals auch gleich eine eigene Eisenbahngesellschaft gegründet, die bis heute die Metallkügelchen transportiert. Doch bevor diese Pellets für die Verhüttung auf Waggons geladen werden, erleben sie eine Berg-und-Tal-Fahrt auf einem 1,8 Kilometer langen Förderband.

Die Herausforderung bei der Gestaltung dieser Verbindung zwischen der neuen Pelletanlage KK4 und dem Verladebahnhof lag allerdings nicht allein in der extremen Witterung: Die zu überbrückende Strecke neigt sich zunächst und steigt dann mit sechs Prozent an – und das zu transportierende Gut besteht aus vielen kleinen Kügelchen, die sich beim Anfahren und Abbremsen möglichst nicht bewegen sollen. Der Antrieb muss daher stark genug sein, das schwer beladene Band aus dem Stand heraus sanft in Höchstgeschwindigkeit zu versetzen.

Noch effizienter

Grundvoraussetzung dafür: hohes Drehmoment und ausgefeilte Steuerung. „Mit dem hydraulischen Antrieb von Hägglunds sind wir in der Lage, in der Stunde bis zu 9.000 Tonnen zu befördern. Wir haben nun ein flexibles Fördersystem, das wir häufig anhalten und anfahren können, ohne dass die Pellets herumrollen“, schwärmt Kurt Hansson von PROing, die LKAB beim Projekt berieten. Und Jan Lundgren, Projektmanager bei LKAB, pflichtet ihm bei: „Uns erschien ein hydraulischer Antrieb die zuverlässigste Option zu sein, da er bei nahezu jeder Auflast das volle Drehmoment leisten kann.“

Der Name des Antriebssystems für die Förderanlage: Gemini. Das System besteht aus mehreren robusten, mit Zwillingspumpen ausgerüsteten Hochleistungsmodulen, die in der frostigen Umgebung nicht nur hart im Nehmen, sondern auch sanft im Austeilen sind. Bahnt sich bei einem Modul dennoch eine Störung an, meldet dies das eingebaute Überwachungssystem schon frühzeitig. Werden Reparaturarbeiten notwendig, kann die betroffene Einheit abgeschaltet werden, ohne den Produktionsablauf zu beeinträchtigen.

Und Energie spart der dabei eingesetzte hydraulische CBP-Motor auch, wie Lundgren erfreut berichtet: „Wir sind ständig darauf bedacht, unsere Produktion noch energieeffizienter zu machen, daher waren wir von den 95 Prozent Wirkungsgrad des Motors restlos begeistert.“

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