Mit oder ohne Milch
Kaffee auf Knopfdruck: Um Kaffeevergnügen mit Pads genießen können, braucht es moderne Verpackungsanlagen. Die Firma Paal setzt auf das flexible Hochleistungsfördersystem VarioFlow.
Die hölzerne Kaffeemühle von der Oma dient heute nur noch der Dekoration. Höchstens Puristen mahlen Kaffee noch selbst, der größte Teil der Verbraucher setzt auf benutzerfreundliche Produkte – zum Beispiel Pad-Maschinen. Die kleinen Kaffee-Kissen sind für den Verbraucher simpel in der Handhabung und ermöglichen schnellen Kaffeegenuss. Ihre Produktion ist allerdings nicht ganz so einfach. Zumal die Kaffeeröstereien mittlerweile auch viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Kombinationen, beispielsweise zusammen mit Milchpulver, anbieten.
Komplexe Aufgaben schnell und einfach lösen
„Unsere Anlagen müssen auf engstem Raum komplexe Aufgabenstellungen zur Verpackung von Kaffeepads lösen“, so Bernhard Vaihinger, Leiter Innovation beim deutschen Verpackungsmaschinenhersteller Paal mit Sitz im schwäbischen Remshalden. Daher setzt er auf das Kettenfördersystem VarioFlow, das sich flexibel an jede gestellte Aufgabe anpasst, auch bei schwierigen Streckenführungen.
Denn wenn Paal die Gruppierung und Verpackung von Pads in einer komplexen Linie plant und realisiert, schafft der VarioFlow-Baukasten mit einer großen Auswahl an standardisierten Kurven und Bögen Freiräume. Vorkonfektionierte Baugruppen erleichtern die Montage, wobei selbst nachträglich Veränderungen mit den Standardkomponenten leicht und schnell realisierbar sind – ein Vorteil auch im Hinblick auf die Total Cost of Ownership.
Synchronisieren, gruppieren, kartonieren
„Eine besondere Herausforderung ist die Synchronisierung von Beuteln mit unterschiedlichem Inhalt. Beispielsweise einer bestimmten Anzahl Kaffeepads die gleiche Menge Milchpads zuzuordnen – und das im Takt der Vorproduktion“, umschreibt Vaihinger eine der zentralen Anforderungen, die die Kaffeeröstereien stellen.
In einem der jüngsten Projekte hat Paal eine Kartonieranlage direkt an eine Milchpad-Produktionslinie angegliedert. Von dort kommen auf parallelen Fördersystemen pro Minute mehrere hundert Milchpads an. Die Beutel mit den Kaffeepads werden von einer getrennten Produktionslinie über sogenannte Vereinzelungssysteme zugeführt. Am Ende verlassen Verkaufspackungen mit unterschiedlichen Losgrößen im Sekundentakt den Kartonierer.
„Schon allein die unterschiedlichen Bandlängen mit vielen Kurven machen eine Synchronisierung der auf Haftreibungsketten liegenden Beutel sehr schwierig“, kommentiert Vaihinger. Mit pfiffigen Lösungen hat die Firma DFS Montageautomation, ein Rexroth-Systemintegrator für VarioFlow, diese Schwierigkeiten gemeistert und die Schnittstellen zur Produktionslinie für Paal umgesetzt.
Kaffee zur Milch, nicht umgekehrt
Üblicherweise wird für einen Cappuccino Milch zum Kaffee gegeben, bei dieser Anlage soll sich jedoch der Kaffee zur Milch gesellen. Eine wesentliche Herausforderung liegt dabei in unterschiedlichen Frequenzen: Aus den Beutel-Vereinzelern kommen Kaffee-Sachets – die Siegelrandbeutel, in die die Pads verschweißt werden – in anderer Frequenz als die Milch-Sachets.
Auf den kontinuierlich laufenden Transportsystemen galt es, die Kaffee-Frequenz an die vorgegebene Frequenz der Milch-Sachets anzupassen. „Dazu laufen die Beutel-Vereinzeler und ihre Förderstrecken mit veränderten Geschwindigkeiten – ein Know-how von Paal“, verrät Vaihinger.
Siegelrandbeutel, die sich überlappen oder deren Maße abweichen, sortiert das System aus und leitet sie über Rückführstrecken dem Produktionszyklus erneut zu. Die Fördergeschwindigkeiten sind so aufeinander abgestimmt, dass zu den Milch-Sachets immer ausreichend Kaffee-Sachets an den Gruppiermodulen ankommen.
Die sortierten Beutel werden in sogenannte Shuttles oder Carrier eingesetzt. Diese fördern die Beutel zum Kartonierer, einer Paal-Standardmaschine. Den umlaufenden Transport dieser Shuttles realisiert Paal ebenso mit einem VarioFlow-Kettenfördersystem wie den abschließenden Transport der Faltschachteln zum Sammelpacker.
Bis auf spezielle Klapp- und Übertriebsbänder für die Schnittstellen und die nach den Vorgaben von Paal umgesetzten Seitenführungen setzte DFS so die komplette Förderanlage aus dem VarioFlow-Baukasten um.
Weitere Informationen zur Branche:
www.boschrexroth.com/packaging
Kontakt zur Redaktion:
