Kraftakt
Oktober 2009
600 Tonnen Getreide fördert der Schiffsentlader Portalink stündlich in den Silo – das Doppelte seines Eigengewichts.
Über 90 Prozent des Welthandels werden über die Meere abge- wickelt. Eine logistische Aufgabe, die mit der Einfahrt in den Hafen nicht endet. Das Löschen der Ladung wartet als neue Heraus-forderung. Autos, Container, Paletten – alles kein Problem. Doch was passiert, wenn der Bauch des Schiffs voll mit Getreide ist?Bis in die Ecken
Seit über zehn Jahren realisiert der Spezialist für Nahrungsmittelproduktion die gesamte Verarbeitungskette für Sayga Flour Mills. Jüngster Zuwachs ist der Schiffsentlader Portalink mit einer Löschkapazität von 600 Tonnen Getreide in der Stunde. Vier Stützzylinder stabilisieren die 335 Tonnen Betriebsgewicht, während der Portalink tief in der Arbeit versinkt.
Das Hydraulik-Hauptaggregat befindet sich über dem Drehkranz des Schiffsentladers. Ein Dieselaggregat mit 317 Kilowatt Antriebsleistung treibt die dreifachen Axialkolbeneinheiten (A4VSG/A4VSO/A10VSO) an und sorgt dafür, dass das Getreide schonend aus dem Bauch des Schiffes entladen wird. Vom Aufnahmefuß gelangt das nachrutschende Getreide in den vertikalen Förderschacht und bildet eine kompakte Getreidesäule auf stetem Weg nach oben. Auf der Höhe des Auslegers wird das Korn über einen horizontalen Kettenförderer zum Fallrohr geführt, wo es von den bereitstehenden Lkws übernommen wird.
Die Geschwindigkeiten der Kettenförderer können entsprechend dem Produkt stufenlos verstellt und optimal angepasst werden. Doch um die Ladung komplett zu entnehmen, muss der Portalink verstärkten Einsatz zeigen. Ein Kickzylinder neigt den Vertikalförderer in die sogenannte Kick-in- oder Kick-out-Position, um die Ecken der Luken zu erreichen und so die Entladung effizient auszuführen. Alle Bewegungen erfolgen mit Proportionalventiltechnik und machen die Bewegungsabläufe sanft und gleichmäßig. Korn für Korn erreicht die Ladung so schonend den Getreidesilo.
Erstaunlich wendig
Da Platz und Zeit auf internationalen Häfen rar und teuer ist, zeigt sich der Portalink auch nach getaner Arbeit flexibel. 16 mannshohe Reifen und acht Achsen schaffen Rangierfreiheit und machen das Kraftpaket mit seinen 28 Metern Höhe und 54 Metern Länge erstaunlich wendig.
Rexroth in der Schweiz gab dem Schiffsentlader die Power eines hydrostatischen Fahrantriebs mit einer Höchstgeschwindigkeit von 600 Metern pro Stunde. Das Hydraulikaggregat mit einer dreifachen Axialkolbeneinheit (A4VG/A4VG/A10VO) erzeugt den Förderstrom für vier Hydrotrac-Fahrgetriebe (GFT50T3) mit Konstant-Axialkolbenmotoren (A2FE80).
Per Joystick lässt sich der Portalink auch aus der Ferne steuern – so ist der Quai schnell geräumt. Und während der erste Frachter den Hafen bereits verlässt, macht sich der Portalink auf den Weg zur nächsten tonnenschweren Herausforderung. BU: Groß und dennoch flink: Der Schiffsentlader Portalink macht am Hafen eine gute Figur.
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www.boschrexroth.de/mobile-arbeitsmaschinen
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